London 2012

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Dienstag, 17 Juli 2012 07:12

Under observation Teil 2

Autor:  Erwin Plattenberger
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Im 2. Teil meiner Spielbeobachtung bestaunt Erwin Plattenleger unter anderem meinem Rückhandtopspin. :-)

Teil 2 – Zentrale Stärken

 

1) Rückhandtopspin über den Tisch

 – Analyse: Sowohl auf halblange Aufschläge als auch auf Schupfbälle hat Kristin einen sehr guten und schnellen Rückhandtopspin über dem Tisch als Antwort parat. Wenn der Ball kommt, schlägt er ein wie eine Gewehrkugel, allerdings ist der Schlag oftmals mit hohem Risiko verbunden. Tipp: Der Schlag ist eine Waffe und muss regelmäßig eingesetzt werden. Allerdings reicht manchmal auch ein platzierter Ball mit kontrolliertem Tempo. Wenn Kristin gut über den Ball kommt und eine gute Spannung im Unterarm und Handgelenk hat, dann sollte es aber einschlagen.

2) Vorhandtopspin auf Punkt

– Analyse: Kristins bester Ball ist der feste Topspin auf Punkt. Wenn sie gut zum Ball steht, gibt es nur wenige Spielerinnen, die mehr Zug im Ball haben. Kristin geht oft übers Tempo, aber auch über die genaue Platzierung auf die Ecken punktet sie an guten Tagen wie am Fließband. Tipp: Volle Kraft voraus, aber bitte mit Köpfchen. Der beste Topspin hat maximal 95% Tempo, den Rest erledigen Platzierung und Effet. Gerade bei festen Bällen muss Kristin darauf achten, dass sie den Ball nicht zu hart trifft, nicht zu nahe/weit weg vom Ball steht, etc. . Wenn der Ball kommt, kann sie eine kurze Pause machen, denn dann sammelt die Gegnerin erst einmal den Ball an der Bande ein.

3) Variable Aufschläge

– Analyse: Kristin macht viele kleine Punkte, indem sie Schnitt und Platzierung scheinbar einfacher Aufschläger variiert. So haben die Gegnerinnen oftmals Probleme mit der Variation Unterschnitt/Leer des Vorhandaufschlags aus Rückhandseite oder viel/wenig Überschnitt des Rückhandaufschlags aus Tischmitte . Tipp: Noch viel bewusster die Platzierung und Schnitt der Aufschläger variieren. Insbesondere die Kombination halbleerer Vorhandaufschlag und dann platzierter Vorhandtopspin auf Körperbereich ist ein Punktegarant, sowie kurzer Überschnitt in Vorhand und dann schnell in Rückhand nachziehen.

 

Fazit: Durch das bewusste Einsetzen ihrer Stärken und die disziplinierte Kontrolle ihrer Schwächen kann Kristin im Schnitt je Satz 2-3 Punkte mehr erzielen. Mit einem Blick auf die Turnierergebnisse der letzten 3 Jahre sind damit auch Spitzenspielerinnen aus den Top 20 regelmäßiger zu schlagen, denn viele Sätze aus scheinbar klaren Niederlagen bewegten sich in der Bandbreite 8-11 bis 10-12.

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gelesen 19843 mal letzte Änderung: Dienstag, 17 Juli 2012 07:17