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Montag, 28 September 2015 11:36

Rückblick und Blick in die Zukunft

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Jetzt habe ich endlich wieder mehr Zeit meine Homepage zu pflegen, nachdem ich meine dreijährige Ausbildung zur Physiotherapeutin erfolgreich beendet habe.

Drei Jahre lang war mein Leben extrem durchgetaktet, so dass ich mich jetzt erst einmal an die neu gewonnene Freizeit gewöhnen muss.

Als ich mich für die Ausbildung vor über drei Jahren entschieden habe, habe ich nicht nur positives Feedback bekommen. Irgendwo auch nachvollziehbar, denn auf dem Höhepunkt meiner Karriere, reduziere ich mein Training um 50 %, spiele nur noch 50 % der internationalen World Tour Turniere,... Aber während meiner dreijährigen Ausbildung gab es nicht einen einzigen Tag, an dem ich diese Entscheidung bereut habe.  

Natürlich gab es auch mal Zeiten, wo mir alles über den Kopf gewachsen ist, wo ich müde und kaputt spät abends nach Hause gekommen bin, ich meine Trainingstasche auch mal in die Ecke geworfen habe und auch mal ein paar Erschöpfungstränen dabei waren. Ich kann mich verdammt glücklich schätzen, dass ich so einen tollen Freund habe, der mich immer unterstützt, der mich selbst nach Niederlagen immer wieder zum lachen bringt und der die letzten 2 Monate während meiner intensiven Lernzeit für das Staatsexamen 2/3 unserer gemeinsamen Wohnung nicht mehr bewohnen konnte weil meine Unterlagen die Wohnung dekoriert haben. J

Schwierig für mich war es auch meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Am Anfang habe ich versucht so viel wie möglich in jedem Training das nachzuholen was ich vormittags verpasst habe. Schnell habe ich gemerkt, dass mir das außer schlechten Laune nichts bringt und mein Training dementsprechend umgestellt. In dem einen Training am Tag habe ich mich konsequent mit meinen Schwächen beschäftigt, was auch nicht immer für gute Laune sorgt, aber mich in meinem Spiel, trotz deutlich reduzierten Training, nach vorne gebracht hat.

Genauso hat die Ausbildung mir geholfen viele Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Eine Niederlage am Wochenende scheint total belanglos zu sein, wenn man Patienten nach Krankheiten, Schicksalsschlägen,... behandelt, deren einziger Wunsch es ist wieder laufen zu lernen oder andere Dinge zu tun, die für gesunde Menschen völlig normal sind. Natürlich bin ich jetzt nach Niederlagen auch enttäuscht, traurig oder wütend auf mich, aber ich habe gelernt das viel besser einzuordnen. Ich habe in den drei Jahren viel gelernt und vor allem auch viel über mich gelernt. Der Profisport kann ein wirklich hartes Geschäft sein und viele jüngere Spielerinnen, die unbedingt Profi werden wollen, unterschätzen dies. Ich hoffe dass ich ihnen mit meiner dualen Karriere zeigen kann, dass ein vernünftiger Schulabschluss, eine Berufsausbildung oder ein Studium sehr viel mehr Wert sein kann als eine Medaille oder Pokal im Regal mehr.

Durch meine Ausbildung und die verpassten Turniere stehen meine Chancen für eine zweite Olympiateilnahme nicht besonders gut. Aber ich gebe mein Bestes und wenn es am Ende nicht reicht, habe ich trotz allem eine abgeschlossene Berufsausbildung vorzuweisen. Es gibt deutlich schlimmere Situationen. J

Und das Wichtigste zum Schluss. Ich habe tolle Menschen während meiner Ausbildung kennengelernt, Freundschaften geschlossen, die auch hoffentlich auch nach der Ausbildung noch bestehen.

Danke an alle die mich in dieser Zeit unterstützt haben und weiterhin unterstützen!

Ab dem 01.10. werde ich wieder Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Köln sein, wieder vermehrt Tischtennis spielen, Fortbildungen besuchen und nebenbei auch arbeiten, damit ich das Gelernte nicht vergesse. Also wieder volles Programm, aber ich freue mich drauf! Denn wie ein weiser Mann mal sagte: "Wer will findet Wege, wer nicht Gründe." J J

Bis demnächst,

Eure Kristin

 

 

 

gelesen 11570 mal letzte Änderung: Montag, 28 September 2015 12:05