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Freitag, 06 September 2013 20:45

Dieser Weg...

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wird kein leichter sein, aber wichtig ist es das Ziel zu kennen.

Seit knapp einem Jahr bin ich jetzt in der Ausbildung zur Physiotherapeutin und wenn ich ehrlich bin, hätte ich nicht gedacht, dass ich nach diesem Jahr im September 2013 die beste deutsche Spielerin in der Weltrangliste (Position 32) sein werde. Als ich mich zu der Ausbildung entschieden habe, habe ich nicht nur positives Feedback bekommen. Viele dachten, dass ich das nicht schaffe beides auf gutem Niveau unterzubringen, anderen dachten, dass ich langsam  mit Tischtennis aufhören möchte, aber die Leute, die mich gut kennen, wussten dass ich das schaffen kann und haben an mich geglaubt und mich bei diesem Weg unterstützt, der ja noch lange nicht vorbei ist, denn schließlich habe ich noch 2 Jahre Ausbildungszeit vor mir.

Aber meiner Meinung nach ist es irgendwann wichtig an die Zukunft nach dem Sport zu denken, egal wie gut oder wie man schlecht man gerade spielt, denn realistisch betrachtet, verdient man im Frauentischtennis nicht so viel, dass man mit Mitte 30 in Rente gehen kann oder dass man bei einer Verletzung abgesichert ist.

Gerade in den Prüfungsphasen ist es schwer, mit voller Konzentration nach der Schule beim Training zu sein und danach mit voller Konzentration am Schreibtisch zu sitzen. Bis jetzt habe ich alles gut hinbekommen, auch wenn es viel Disziplin und Fleiß kostet. Zum einem, weil ich immer noch nach Rio zu den Olympischen Spielen möchte, aber auch eine gute Ausbildung absolvieren möchte und zum anderen weil ich ein super Umfeld habe, welches mich unterstützt, Bundestrainerin, die Rücksicht mit dem Training auf meine Zeiten nehmen muss, Assistenztrainer, der am Wochenende und spät abends oft mit mir trainiert, Athletiktrainer, der auch abends öfters kommt anstatt vormittags, meine Mitschüler, die mir die versäumten Unterrichtsinhalte immer zumailen, Lehrer, die mich nachprüfen, wenn ich mal nicht da bin und nicht zu vergessen Freund, Familie und Freunde, die mir Mut machen, an mich glauben und mich in allem unterstützen... Wie man sieht bin ich nur ein Teil von dem Gesamten, was alles passen muss, damit man so einen dualen Weg hinbekommt. Natürlich bin ich die diejenige, die am Ende an der Platte steht und Sieg oder Niederlage verarbeiten muss, aber bei Siegen kann ich mich mit all denen freuen, bei Niederlagen bin ich nicht alleine damit.

Bewusst ist mir auch das es sicher auch Phasen gibt, in denen aus auch mal wieder schlechter laufen kann, wenn ich so viel zu lernen habe, dass ich nicht so oft trainieren kann,... Auch wird es natürlich schwer die Weltranglistenposition so zu halten, weil ich auch einfach viel weniger Turniere spielen kann. Ich weiß nicht, ob ich es nach Rio schaffe, da die deutsche Konkurrenz seit diesem Jahr wieder stärker ist, aber ich weiß auch dass ich es nicht erwartet hätte, da zu stehen wo ich jetzt stehe, also kämpf ich weiter, stehe morgens um 6 Uhr zum Laufen auf, trainiere weiter so viel ich kann und versuche trotzdem locker entspannt mit Spaß den Schläger zu schwingen J.

In diesem Sinne: Danke an alle die mich auf meinem Weg unterstützen und auch dann wenn es mal nicht so gut läuft!

Eure Kristin

gelesen 8173 mal letzte Änderung: Freitag, 06 September 2013 20:56
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