Montag, 23 Dezember 2013 19:48

Merry-X-Mas & Happy New Year 2014

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Ein langes Tischtennisjahr geht zu Ende und ich freue mich riesig über die kommenden Feiertage. Leider fangen wir schon wieder am 27.12. mit einem Konditionslehrgang an, so dass die Erholung nur sehr kurz ist. 

Rückblickend war das Jahr sehr erfolgreich für mich. Mit meinem alten Verein, dem FSV Kroppach, bin ich wiederholt Deutscher Mannschaftsmeister geworden und mit meinem neuen Verein, dem ttc eastside berlin, sind wir ungeschlagen Herbstmeister geworden und haben nach einem harten Kampf das Halbfinale der Championsleague erreicht. Im September war ich zum 1. mal in meiner Karriere die deutsche Nummer 1 und auch wenn ich jetzt wieder etwas abgefallen bin, bin ich sehr stolz das alles neben meiner Ausbildung so hinzubekommen. Im Oktober konnten wir endlich die langersehnte Goldmedaille bei der Europameisterschaft im Team gewinnen. Also hätte das Jahr durchaus schlechter laufen können. Ich hoffe das das Jahr 2014 auch so gut läuft. Viele Herausforderungen warten und neben meiner Vollzeitausbildung ist jedes Match eine Herausforderung. Aber jetzt freue ich mich auf 3 Tage Weihnachten feiern mit meiner Familie und Freunden.

Ich wünsche euch allen ein super schönes Weihnachtsfest und ein gesundes glückliches neues Jahr!

Danke für eure Unterstützung!

Eure Kristin

X-mas_2013

 

Mittwoch, 16 Oktober 2013 13:32

EM Fazit

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EM-3

Seit 3 Tagen bin ich von der EM aus Wien zurück und der Alltag hat mich wieder. Als Mannschaftseuropameisterin und einer Goldmedaille bin ich zurück geflogen, aber trotzdem hat mich das knappe Ausscheiden im Achtelfinale gegen Fu aus Portugal enttäuscht, denn nach einer 3:1 Führung hätte ich dieses Spiel nicht mehr verlieren dürfen. Trotz der Niedelage bin ich zufrieden wie ich gespielt habe, denn konnte auch neben der Ausbildung einige Sachen an meinem Spiel verbessern. Auch wenn ich wieder das ein oder andere gefunden habe, was ich noch verbessern muss, aber ist ja nicht schlecht zu merken, dass man noch nicht am Ende seines Spiels angekommen ist :-). 

Und als ich am Montag meinen Arbeitsalltag beim Praktikum im Krankenhaus wieder aufgenommen habe, sieht man eine Niederlage im Tischtennis aus vollkommen anderen Augen, wenn man Patienten hat, deren einziger Wunsch ist gesund zu werden.EM-2

Am Freitag abend geht's wieder nach Berlin, wo wir am Samstag Championsleague gegen Istanbul spielen und Sonntags das nächste Bundesligaspiel gegen den Tusem Essen haben. Keine Zeit zum Ausruhen, aber trotzdem habe ich mir 3 freie Tage gegönnt und steige morgen wieder ins Training ein.

Freitag, 06 September 2013 20:45

Dieser Weg...

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wird kein leichter sein, aber wichtig ist es das Ziel zu kennen.

Seit knapp einem Jahr bin ich jetzt in der Ausbildung zur Physiotherapeutin und wenn ich ehrlich bin, hätte ich nicht gedacht, dass ich nach diesem Jahr im September 2013 die beste deutsche Spielerin in der Weltrangliste (Position 32) sein werde. Als ich mich zu der Ausbildung entschieden habe, habe ich nicht nur positives Feedback bekommen. Viele dachten, dass ich das nicht schaffe beides auf gutem Niveau unterzubringen, anderen dachten, dass ich langsam  mit Tischtennis aufhören möchte, aber die Leute, die mich gut kennen, wussten dass ich das schaffen kann und haben an mich geglaubt und mich bei diesem Weg unterstützt, der ja noch lange nicht vorbei ist, denn schließlich habe ich noch 2 Jahre Ausbildungszeit vor mir.

Aber meiner Meinung nach ist es irgendwann wichtig an die Zukunft nach dem Sport zu denken, egal wie gut oder wie man schlecht man gerade spielt, denn realistisch betrachtet, verdient man im Frauentischtennis nicht so viel, dass man mit Mitte 30 in Rente gehen kann oder dass man bei einer Verletzung abgesichert ist.

Gerade in den Prüfungsphasen ist es schwer, mit voller Konzentration nach der Schule beim Training zu sein und danach mit voller Konzentration am Schreibtisch zu sitzen. Bis jetzt habe ich alles gut hinbekommen, auch wenn es viel Disziplin und Fleiß kostet. Zum einem, weil ich immer noch nach Rio zu den Olympischen Spielen möchte, aber auch eine gute Ausbildung absolvieren möchte und zum anderen weil ich ein super Umfeld habe, welches mich unterstützt, Bundestrainerin, die Rücksicht mit dem Training auf meine Zeiten nehmen muss, Assistenztrainer, der am Wochenende und spät abends oft mit mir trainiert, Athletiktrainer, der auch abends öfters kommt anstatt vormittags, meine Mitschüler, die mir die versäumten Unterrichtsinhalte immer zumailen, Lehrer, die mich nachprüfen, wenn ich mal nicht da bin und nicht zu vergessen Freund, Familie und Freunde, die mir Mut machen, an mich glauben und mich in allem unterstützen... Wie man sieht bin ich nur ein Teil von dem Gesamten, was alles passen muss, damit man so einen dualen Weg hinbekommt. Natürlich bin ich die diejenige, die am Ende an der Platte steht und Sieg oder Niederlage verarbeiten muss, aber bei Siegen kann ich mich mit all denen freuen, bei Niederlagen bin ich nicht alleine damit.

Bewusst ist mir auch das es sicher auch Phasen gibt, in denen aus auch mal wieder schlechter laufen kann, wenn ich so viel zu lernen habe, dass ich nicht so oft trainieren kann,... Auch wird es natürlich schwer die Weltranglistenposition so zu halten, weil ich auch einfach viel weniger Turniere spielen kann. Ich weiß nicht, ob ich es nach Rio schaffe, da die deutsche Konkurrenz seit diesem Jahr wieder stärker ist, aber ich weiß auch dass ich es nicht erwartet hätte, da zu stehen wo ich jetzt stehe, also kämpf ich weiter, stehe morgens um 6 Uhr zum Laufen auf, trainiere weiter so viel ich kann und versuche trotzdem locker entspannt mit Spaß den Schläger zu schwingen J.

In diesem Sinne: Danke an alle die mich auf meinem Weg unterstützen und auch dann wenn es mal nicht so gut läuft!

Eure Kristin

Sonntag, 01 September 2013 20:58

nice comment

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Hier ein seltener schöner Kommentar: 
Thanks! :-)
Wo bleibt die Emanzipation beim Sport ?

Wenn ich auf die Straße gehe und ein paar Leute nach dem erfolgreichsten Tischtennisspieler Deutschlands frage kann mir 2/3 der Befragten antworten. Sie haben Timo Boll bei den  Olympischen Spielen oder im Fernsehen gesehen.     
Doch nun fragte ich die selben Leute nach dem Timo Boll unter den Frauen. Das wusste keiner.
Bestimmt kennen nur Menschen die sich mit TT auskennen den Namen Kristin Silbereisen, doch auch Sie war bei den Olympischen Spielen 2012 in London.

Ein weiteres Beispiel das Deutschland in Sachen Emanzipation im Sport weiter hinten dran ist.   
Die meisten Deutschen schauen alle zwei Jahre die Fußball Weltmeisterschaft oder die Europameisterschaft der Männer. Aber wieder nur ein Bruchteil der Deutschen verfolgt den Frauenfußball. Unsere Frauen, unter der Führung von Silvia Neid, sind um Längen erfolgreicher als die Männer!

Doch nun zu Frau Silbereisen.

Ich frage mich oft wie sie alles unter einen Hut bekommt.
Wie schafft sie es zu trainieren, eine Ausbildung  zur Physiotherapeutin zu machen und auf Wettkämpfen ihre Konkurrenz so zu deklassieren wie bei den Tschechisch Open 2013?!
Nur die spätere Turniersiegerin konnte nach hartem Kampf das Spiel im siebten Satz knapp gegen Kristin gewinnen.
Nicht umsonst ist sie unter den besten 100 Tischtennisspielerinnen der Welt (Platz 36 aktuell 28.8.2013 !)
Desweiteren ist sie unter den besten drei TT-Frauen Deutschlands!
Kristin Silbereisen ist gerade mal 28 Jahre alt und es stellt sich mir als interessiertem Zuschauer die Frage: "In welcher Form wäre Sie, wenn sie wie Turniersiegerin außschließlich Tischtennis spielen würde?" Möglich, dass sie den Weg in Richtung Top 30 der Weltrangliste weiterverfolgt, trotz der Mehrfachbelastung "Karriere nach der Karriere!"
Denke ein Timo Boll muß nach der Karriere keine Ausbildung mehr machen. 

Ich wünsche ihnen Frau Silbereisen für ihren weiteren Lebensweg Erfolg und Glück und sehr gerne würden ich Sie in Brasilien 2016 sehen !

Mit freundlichen Grüßen

Yannick Rauchbach

Dienstag, 27 August 2013 07:12

Interview - von allem etwas...

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Zwischen Schwechat und Berlin – exklusives Sommer-Interview mit Kristin

Im Sommer-Interview mit Kristin unterhält sich Tischtennis- und Asienkorrespondent Erwin Plattenberger über den Spagat zwischen Profisportlertätigkeit und Ausbildung sowie die anstehenden sportlichen Highlights im Herbst.

Erwin Plattenberger: Kristin, es ist Sonntag, was hast Du heute gemacht?

Kristin (lacht): Heute bin ich aus Tschechien zurück gekommen, wo es sehr gut für mich lief.

Erwin Plattenberger: Das habe ich gelesen.Viertelfinale im Einzel und Halbfinale im Doppel und das trotz ihr Doppelbelastung. Das lässt hoffen für die EM.

Kristin: Ja, ich habe wirklich sehr gut gespielt und bin froh, dass ich nach der Sommerpause so gut in die Saison gestartet bin. Kann so weiter gehen :-).

Erwin Plattenberger: Ich habe mir heute Vormittag einmal die Weltrangliste angeschaut. Entgegen mancher Vermutungen bist Du seit London und seit dem Start deiner Ausbildung um ca. 10 Plätze gestiegen.

 

Kristin: Ja, über die jetzige Platzierung unter den Top 40 (Anmerkung der Redaktion: Platz 36 lt. August-Ranking 2013) freue ich mich sehr. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das im ersten Ausbildungsjahr so gut schaffe, aber wer meinen Wochentagebuch gelesen hat weiß, dass da jede Menge Arbeit dahinter steckt.Ich hoffe, es geht in der neuen Saison noch ein paar Plätze bergauf. Ich glaube, trotz des mittlerweile deutlich geringeren Trainingsumfangs bin ich mental lockerer und stärker geworden, seit ich mit der Ausbildung angefangen habe.

 

Erwin Plattenberger: Wieso hast Du Dich eigentlich überhaupt dazu entschieden, noch in der aktiven Laufbahn mit einer dreijährigen Ausbildung anzufangen? Ist das Dir nicht zu riskant, vor wichtigen Turnieren nicht viel trainieren zu können?

Kristin: Es ist schon nicht so einfach, das stimmt. Wenn die gute Form einmal weg ist, ist es schwierig, diese wieder aufzubauen. Aber bisher trainiere ich sehr konzentriert und bekomme aus dem Trainer- und Trainingsumfeld und meinem privaten Umfeld unglaublich viel Unterstützung. Das motiviert mich natürlich. In dem Jahr vor London ist mir bewusst geworden, dass es nach einer 2. Olympiade für mich schwierig werden könnte, parallel eine Ausbildung anzufangen – die körperliche Belastbarkeit ist jetzt noch höher und ich wollte auf jeden Fall eine Ausbildung mit 30 abgeschlossen haben…

Erwin Plattenberger (unterbricht): …wonach es ja momentan aussieht. Ich drücke Dir die Daumen, dass alles so klappt, wie Du es Dir vorstellst. Zurück zum Sport: Das wichtigste Turnier ist diesem Jahr ist die Europameisterschaft Anfang Oktober in Schwechat. Was sind Deine Ziele?

Kristin: Zwei Medaillen, davon ein Finaleinzug.

Erwin Plattenberger (verwirrt): Warum nicht drei Medaillen und drei Finaleinzüge?

Kristin (grinst): Klar, warum nicht drei Mal Gold!

Erwin Plattenberger: Das ist die richtige Einstellung, Kristin! Genauso!

Kristin: Okay, jetzt mal ehrlich. Wir sind ein sehr starkes Team, sehr ausgeglichen über alle Positionen. Da wird es schwer, uns klar zu schlagen. Im Einzel war ich in den letzten Jahren zwei Mal knapp am Halbfinaleinzug dran, im Doppel mit Dudu sehe ich uns unter den besten Doppeln.

Erwin Plattenberger: Und das führt zu zwei Medaillen, das verstehe ich nicht ganz.

Kristin: Bisher habe ich noch keine zwei Medaillen bei einer EM gewonnen, also ist das schon ein ambitioniertes Ziel. Letztendlich spielen wir Spiel für Spiel und geben unser bestes. Manchmal läuft das Turnier auch für einen und man kommt in den kritischen Turnierphasen gegen Spielerinnen, die einem total liegen, es kann aber auch genau umgekehrt sein.

Erwin Plattenberger: Wer wäre denn eine solche Lieblingsgegnerin, gegen die Du unbedingt spielen und gewinnen möchtest?

Kristin: Wer meine Lieblingsgegnerin ist, das verrate ich nicht. Aber unbedingt gewinnen möchte ich gegen Viktoria Pavlovich…

Erwin Plattenberger: …gegen die Du erst jetzt bei den Czech Open und auch in London denkbar knapp verloren hast.

Kristin (lacht): Ja, danke für die Erinnerungen! In der Tat wurmt es mich, dass ich immer so knapp dran war.

Erwin Plattenberger: Ich drücke Dir auf jeden Fall ganz fest die Daumen!

Kristin: Danke!

Erwin Plattenberger: Weniger knapp und dafür sehr spannend könnte es diese Saison in der Bundeliga hergehen. Dein alter für viele Jahre die Bundesliga dominierender Verein FSV Kroppach spielt nicht mehr in der ersten Bundesliga. Zählst Du bereits die Stunden bis zum Saisonstart mit Deinem neuen Verein ttc berlin eastside.

Kristin: Also, einen Abreißkalender mit Stunden habe ich nicht in meiner Wohnung. Aber natürlich fiebere ich dem Saisonstart unheimlich entgegen. Mit meiner besten Freundin Shan in einer sehr netten und starken Mannschaft für einen professionellen Verein – darauf kann man sich doch nur freuen! Und Berlin ist natürlich auch eine echt faszinierende Stadt.

Erwin Plattenberger: Das klingt doch sehr gut. Freut mich, dass es bei Dir auch in dem ersten Jahr nach Olympia so gut läuft. Darf ich Dich im Herbst, nach der EM und nach dem Saisonstart einmal direkt vor Ort in Berlin interviewen?

Kristin: Klar, gerne! Wir freuen uns auf Dein Kommen! Unser erstes Heimspiel haben wir am 8. September in Berlin gegen Bingen – schau doch einfach direkt vorbei.

Erwin Plattenberger: Danke für die Einladung! Ich werde versuchen, es einzurichten. Und dann kannst Du mir auch mehr von Deinen Zielen und Eindrücken mit Deinem neuen Verein ttc berlin eastside berichten.

Kristin: Werde ich machen! Bis bald.

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Coming next – Herbst-Interview mit Kristin. Wie zufrieden war Kristin mit ihrer Leistung bei der Europameisterschaft? Und welche Ziele hat sie für die neue Saison mit dem ttc berlin eastside.

 

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